Bindungs- und emotionsorientierte Paartherapie

Datum und Uhrzeit

Donnerstag 01. Juli 2021
09.15 - 17.15 Uhr
Freitag 02. Juli 2021
09.15 - 17.15 Uhr

Leitung

Stefan Freidel, Dr. med.
ist Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie FMH und hat verschiedene psychodynamische, humanistische, körperpsychotherapeutische und systemische Ausbildungen absolviert. Seit ein paar Jahren fokussiert er sich auf emotions- und bindungsorientierte Verfahren. In mehreren Therapiemethoden ist er Lehrtherapeut, Supervisor oder Dozent. Er führt eine eigene Praxis mit paartherapeutischem Schwerpunkt in Uster.

Kursinhalt

Bindungs- und emotionsorientierte Ansätze vertiefen den paartherapeutischen Prozess, strukturieren diesen und helfen dem Therapeuten, selbst in sehr konflikthaften Phasen beide Partner eng und empathisch zu begleiten. Das validierende Spiegeln der in chronischen Konflikten fixierten, dysfunktionalen Muster, bei gleichzeitigem Verständnis für das Erleben und Verhalten beider Partner, führt zur Deeskalation. Der zunehmende weichere, offenere und zugleich direktere Kontakt gibt der Therapie eine berührende Tiefe und Nähe. Für alle spürbar wird am Bindungskern der Beziehung gearbeitet..

Beide vorgestellten Verfahren wollen die Fähigkeiten der Partner erweitern, präsent und mit sich und dem anderen verbunden zu sein. Emotionally Focused Therapy (EFT) gibt eine klare Landkarte der Konflikte und ihrer therapeutischen Bearbeitung vor, zentriert im Sinne einer Problemaktualisierung auf das Erleben der Konflikte und ihrer darunterliegenden Affekte und Beziehungsbedürfnisse. Sie möchte die oft defensive und für beide Seiten unbefriedigende Interaktion durch wiederholte, aktiv herbeigeführte korrigierende emotionale Erfahrung verändern. Sie ist eine der am besten untersuchten Therapie¬methoden und weist im Bereich der Paartherapie die höchste empirisch nachgewiesene Wirksam¬keit auf.

Transformative Couples Therapy (TCT) zielt von Anfang an auf eine Erweiterung der kommunikativen Kompetenzen und der Fähigkeit, einen offenen und empathischen Kontakt mit dem Partner herzustellen und aufrechtzuerhalten. Sie nutzt explizit die Macht der positiven Emotionen und deren Tendenz, weitere positive Emotionen auszulösen und damit eine Aufwärtsdynamik in Gang zu setzen.

TCT öffnet Raum für den aktuellen Prozess und fokussiert auf die Ressourcen, die positiven Entwicklungsmöglichkeiten des Paares und auf körperliche (non- und paraverbale) Aspekte von Kommunikation und Selbsterleben. Dieses erleichtert vermeidenden, emotional zunächst wenig zugänglichen Partnern einen Zugang zu Körper- und Selbsterleben.

Gemeinsam ermöglichen beide Ansätze, die sich wie die zwei Seiten der gleichen Medaille verhalten, dem Therapeuten eine flexible und entspannte Begleitung unterschiedlicher Paare und Situationen unter Beachtung des Ziels einer Stärkung der Bindung, der Offenheit und der Verbundenheit des Paares.

Mit Hilfe von Theorieblöcken, gemeinsamen Reflektionen und vor allem Übungen wird das Verfahren vorgestellt, grundlegende Techniken geübt und eine nachhaltige Integration in das eigene therapeutische Repertoire gefördert. Therapievideos runden bei Bedarf den Input zum Vorgehen ab.

Literatur:

  • Freidel S (2018) Deeskalation. Narration, Emotion und Imagination in der Paartherapie. Imagination, Wien.
  • Johnson S (2009) Praxis der emotionsfokussierten Paartherapie. Verbindungen herstellen. Junfermann, Paderborn.
  • Rösler C (2019) Paarprobleme und Paartherapie: Theorien, Methoden, Forschung – ein integratives Lehrbuch. Kohlhammer, Stuttgart.

Details

Anmeldung

Bis 28. Mai 2021
per E-Mail an:
sekr@psychotherapieausbildung.ch
oder über unser:
Kontaktformular

Kosten

CHF 560.-- für 16 Lektionen​

Hinweis

Die Veranstaltung entspricht 16 Credits.

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