Störungen der Sexualfunktion und Störungen der Sexualpräferenz

Datum und Uhrzeit

Donnerstag 25. März 2021
09.15 - 17.15 Uhr
Freitag 26. März 2021
09.15 - 17.15 Uhr

Leitung

Christoph Ahlers, Dr. rer. med.Dipl.-Psych.
Sexualwissenschaftler und als Klinischer Paar- und Sexualpsychologe in privater Praxis für Paarberatung und Sexualtherapie in Berlin-Tiergarten niedergelassen (www.sexualtherapie-berlin.de). Er ist Gastwissenschaftler und Lehrbeauftragter für Klinische Sexualpsychologie am Institut für Sexualwissenschaft des Universitätsklinikums Charité in Berlin sowie Mitbegründer und wissenschaftlicher Leiter (Bereich Fort- und Weiterbildung) des Instituts für Sexualpsychologie in Berlin (www.sexualpsychologie-berlin.de).

Kursinhalt

1. Kurstag: Störungen der sexuellen Funktion (F 52):
Fakten und Fiktionen - Vom sexuellen Verlangen, über die Erregung und den Orgasmus, zur Befriedigung“

Vor dem Hintergrund des physio-psycho-sozialen Paradigmas werden die drei zentralen Funktionen menschlicher Sexualität (Erregung, Fortpflanzung, Kommunikation) dargestellt und damit die Kernfunktion sexueller Interaktion in Beziehungen als Intim-Kommunikation zur Erfüllung psychosozialer Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit, Angenommenheit, Geborgenheit und Nähe vermittelt. Darauf aufbauend wird anhand des sexuellen Reaktionszyklus' die psychophysiologische Phänomenologie sexueller Erregung samt möglicher Störungsformen differentialdiagnostisch vorgestellt. Ausgehend von der Feststellung, dass biomedizinische Einflüsse seltener allein ursächlich beteiligt sind und dem gegenüber psychosoziale Ursachen deutliche überwiegen (partnerschaftlich- sexuelle Beziehungsstörungen), wird, als ätiopathogenetische Kernvariable aller sexuellen Funktionsstörungen, internalisierter Leistungsdruck, mit daraus folgender soziosexueller Versagensangst und resultierender Vermeidungstendenz aufgezeigt. Vor diesem Hintergrund wird (meist nicht bewusst wahrgenommene) Angst vor Unzulänglichkeit, Zurückweisung und Ablehnung in der sexuellen Interaktion als zentraler Gesichtspunkt für das Verständnis des Zustandekommens und Bestehenbleibens von Sexualfunktionsstörungen allgemein erläutert. Hierbei soll herausgearbeitet werden, dass neben den Aspekten von Erregung und Fortpflanzung, die Qualität der partnerschaftlich-sexuellen Beziehungskommunikation in erster Linie von der Erfüllung psychosozialer Grundbedürfnisse nach Angenommenheit und Geborgenheit abhängt: Sowohl im Alltag, wie auch in sexueller (Seelen- und Körper-) Kommunikation. Im ersten Teil der Veranstaltung wird die Vermittlung theoretischer Hintergründe stehen, die in den folgenden Stunden durch Fallbeispiele der TeilnehmerInnen auch in Gruppen-Übungen und Rollenspielen praktisch erprobt werden können



2. Kurstag: Störungen der sexuellen Präferenz (F 65):
Von ungewöhnlich über schräg bis daneben - von der Ausprägung über die Akzentuierung bis zur Störung - Differenzielle Sexualdiagnostik und dreidimensionale Analyse der Sexualpräferenz.

Die Fortbildng bieten eine Übersicht über die sexualpsychologische Untersuchung und Behandlung bei sexuellen Präferenz- und Verhaltensstörungen. Hierbei werden die dreidimensionale Analyse der Sexualpräferenz (siehe Anlage) sowie die differentialdiagnostische Unterscheidung ähnlicher Störungsbilder dargestellt. Besonderes Augenmerk wird auf die Differenzierung zwischen „Störungen des sexuellen Präferenz (Paraphilien)“ auf der einen und „Störungen des sexuellen Verhaltens (Dissexualität)“ auf der anderen Seite dargelegt. Ein besonderer Fokus wird hierbei zum Beispiel auf die Unterscheidung zwischen Pädophilie und sexuellem Kindesmissbrauch gerichtet. TeilnehmerInnen sind eingeladen, eigene Fallbeispiele vorzustellen, anhand derer der sexualdiagnostische Prozess veranschaulicht, eine sexualpsychologische Fallkonzeption erstellt und ein sexualtherapeutischer Behandlungsplan entworfen werden können. Auch anhand von Fallbeispielen der TeilnehmerInnen sollen die differentialdiagnostischen Kriterien bei Paraphilien herausgearbeitet und entsprechende Therapieoptionen entwickelt werden.

Veröffentlichungen von Christoph Ahlers

  • Ahlers Ch. J. & Schaefer G. A. (2020) „Störungen der sexuellen Funktionen“. In: Senf/Broda/Voos/Neher (Hrsg.): Praxis der Psychotherapie, 6. Auflage, Thieme.
  • Ahlers Ch. J. & Schaefer G. A. (2020) Störungen der sexuellen Präferenz. In: Senf/Broda/Voos/Neher (Hrsg.): Praxis der Psychotherapie, 6. Auflage, Thieme.
  • Ahlers Ch. J. & Lissek M. (2016): Himmel auf Erden und Hölle im Kopf - Was Sexualität für uns bedeutet. Goldmann, München.

Details

Anmeldung

Bis 19. Februar 2021
per E-Mail an:
sekr@psychotherapieausbildung.ch
oder über unser:
Kontaktformular

Kosten

CHF 560.-- für 16 Lektionen​

Hinweis

Die Veranstaltung entspricht 16 Credits.

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